Ich und Jagger gegen den Rest der Welt

Coverfoto Ich und Jagger gegen den Rest der Welt
Copyright: Gerstenberg

von Frida Nilsson
Gerstenberg, 2018
gebunden, 182 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN: 978-3-8369-5904-9
14,95 Euro

 

Ich ging zum Müllraum. Ich hatte Bauchweh, alles fühlte sich superschlimm an. Gerade als ich den Mülleimerdeckel anhob und die kleine Erbse mit einem Plupp! fallen ließ, da hörte ich das weltallerschlimmste Gekicher hinter mir und dann, wie die Tür krachend zufiel. Im Müllraum wurde es kohlrabenschwarz.

Bengt hat ein großes Problem. Die Kinder in seinem Haus wollen nicht mit ihm spielen und sind super gemein zu ihm. So haben sie ihm Cornflakes in den Briefkastenschlitz gesteckt, sie haben ihm den Haustürschlüssel geklaut und ihn auf Grönstedts Balkon geworfen, obwohl sie wussten, dass die grade in Urlaub waren. Sie haben seiner Superman-Puppe die Augen ausgestochen und seinen Lieblingsfußball in den Fluss geworfen. Und jetzt haben sie ihn auch noch mutterseelenallein in den ekligen stinkigen Müllraum geworfen. Und die Tür verrammelt, so dass er stundenlang nicht rauskommt.

Gut, dass Jagger ihn befreit hat! Ein Hund, den er gar nicht kennt! Ein Hund, der sprechen kann und in seiner zerlumpten Jacke nicht gerade vertrauenswürdig aussieht. Der Müll aus Müllcontainern in einem Koffertrolley sammelt und ihn zu seiner Hütte an den Fluss bringt. Und dorthin nimmt er auch Bengt mit. Bengt ist zunächst fassungslos über Jaggers wildes Leben, aber er bewundert ihn auch. Jagger scheint vor nichts und niemandem Angst zu haben.

Gemeinsam beschließen Bengt und Jagger, sich an den gemeinen Kindern in Bengts Haus zu rächen und sie mit ihren eigenen Waffen zu schlagen. Das lässt sich zunächst sehr gut an und Astrid, Allan und Gustav werden plötzlich selbst von einem Unbekannten gemobbt.

Aber dann werden Jagger und Bengt langsam übermütig. Kann ihr Rachefeldzug wirklich unentdeckt bleiben?

Frida Nilsson, die Autorin, hat sich hier wieder eine sehr lustige und verrückte Geschichte ausgedacht, die Kindern, die von ihren Mitschülern gemobbt werden, sicherlich ein bisschen Mut machen kann. Einen Freund wie den frechen, wilden Jagger, der sich alles traut und dabei noch klug und gerissen ist, den würde man sich selbst auch in scheinbar ausweglosen Situationen wünschen.

Vor allem die Gespräche zwischen Jagger und Bengt sind total lustig und die beiden geraten ständig  in ziemlich schräge Situationen. Manchmal kommt es einem dabei vor, als ob man in einem Kinofilm sitzen würde. Frida Nilsson beschreibt die Erlebnisse von Bengt und Jagger so lebensecht, als würde man sie selbst miterleben. Die vielen witzigen Schwarz-Weiß- Zeichnungen von Ulf K. unterstreichen den Text auf wunderbare Weise und sind das Tüpfelchen auf dem i.

Leider hat mich das Ende der Geschichte nicht wirklich überzeugt, denn es war für mich einfach nicht schlüssig und nachvollziehbar. So bekommt das Buch leider nicht die volle Punktzahl von mir, aber es ist trotzdem eine sehr unterhaltsame Geschichte.

Monika H.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert