Das doppelte Lottchen

Coverfoto Das doppelte Lottchen
Copyright: Atrium

Das doppelte Lottchen
von Erich Kästner
Atrium Verlag AG,2018
gebunden, 176 Seiten
ab 10 Jahren
ISBN 978-3-85535-605-8
Ersterscheinung 1949
14,00 Euro

 

Lotte Körner lebt mit ihrer Mutter in München. Die ist sehr oft gestresst und hat wenig Zeit für ihre Tochter. Deshalb schickt sie Lotte in den Ferien in das Kinderheim in Seebühl am Bühlsee. Dort trifft Lotte auf Luise Palfy, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht. Die beiden Mädchen haben sich noch nie zuvor gesehen, denn Luise wohnt mit ihrem „berühmten“ Vater in Wien. Er ist ein Dirigent und hat schon viele Musikstücke komponiert, die teilweise auch berühmt wurden.

Luise findet es zuerst richtig blöd, dass Lotte so aussieht wie sie, und auch Lotte weiß nicht so recht mit dieser Situation umzugehen. Doch nachdem die beiden wegen ihrer Ähnlichkeit zum Fotografen Herrn Eipeldauer geschickt wurden, stärkt sich ihr Verhältnis zueinander! Eines Tages flechtet Lotte Luise auch zwei Zöpfe und nun kann man sie gar nicht mehr voneinander unterscheiden. Nur am Charakter…

Doch langsam geht die Ferienzeit zu Ende und Lotte und Luise haben etwas sehr Waghalsiges vor: Lotte möchte anstelle von Luise nach  Wien fahren, während Luise unbedingt nach München fahren will. Wieso? Die beiden Mädchen haben herausgefunden (und auch ein bisschen vermutet), dass sie Zwillinge sind und ihre Eltern sie, weil sie getrennt leben, auch voneinander getrennt haben.

Vor der Abreise sind sie nur noch damit beschäftigt, alles Wichtige in Notizheften festzuhalten, damit der Rollentausch auch glaubwürdig von statten geht.

Als dann der Tag der Abreise gekommen ist, fahren zwei Busse in Seebühl am Bühlsee los. In verschiedene Richtungen. Lotte in dem einen, Luise in dem anderen. Beide nach weit weg von „zu Hause“. Sie haben nämlich vor, ihre Eltern wieder zusammenzubringen, damit auch s i e zusammen sein können.

Doch als Lotte in Wien ankommt, erfährt sie sehr schnell, dass Herr Palfy mit einer gewissen Irene Gerlach zusammen ist.

Werden Lotte und Luise es trotzdem schaffen, ihre Eltern wieder zusammenzubringen?

Ich finde dieses Buch sehr spannend, vor allem aber auch ein bisschen verwirrend, da man manchmal überlegen muss, wer jetzt gemeint ist – Lotte oder Luise – , da sie ja die „Rolle der jeweils anderen einnehmen“.

In diesem Buch tauchen keine schweren, aber dafür veraltete Wörter, wie z.B. „flicht (flechtet)“ auf. So ist es eigentlich einfach zu lesen.

Die Schriftgröße ist ziemlich klein, erscheint einem beim Lesen aber ein bisschen größer.

Auf dem Titelbild sieht man Lotte und Luise, wie sie Hand in Hand in Seebühl am Bühlsee stehen, was gut zu der Geschichte passt.

Der Titel ist nicht ganz so passend, denn Lotte gibt es zwar einmal doppelt (als Lotte Luise die Haare flechtet) , jedoch ist es nach dieser Szene eher ein Rollentausch. Ich fände es besser, , wenn das Buch z.B: „Luise, Lotte – Luiselotte (Luiselotte heißt die Mutter der beiden)“  heißen würde.

Ein bisschen schade finde ich es schon, dass dieses Buch kein eigenes, abgetrenntes Vorwort und Nachwort von Erich Kästner bekommen hat. Es hat dafür aber eine kleine „Einleitung“, die zu Beginn des ersten Kapitels die Geschichte einleitet. So etwas Ähnliches gibt es aber nicht mit dem Nachwort.

Ich finde es toll, dass die Geschichte für alle Beteiligten gerecht ausgeht.

Mir gefällt es auch, dass bevor ein Kapitel anfängt, Schlagwörter aufgelistet sind, die in diesem Kapitel vorkommen.

Ich würde euch das Buch empfehlen, wenn ihr gerne Bücher lest, die von Freundschaft handeln, aber auch, wenn ihr Bücher von schlau handelnden Kindern mögt.

Karoline, 11 Jahre

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