Das Labyrinth des Fauns

Coverfoto Das Labyrinth des Fauns
Copyright: Fischerverlage

von Cornelia Funke und Guillermo del Toro
Fischer,2019
gebunden, 318 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-7373-5666-4
20,00 Euro

Nach dem Tod ihres Vaters zieht Ofelia mit ihrer Mutter in die spanischen Berge zu ihrem Stiefvater, dem Offizier, der die dortigen Widerstandskämpfer mit grausamen Methoden bezwingen möchte. Ihre Mutter erwartet ein Kind des Offiziers, ist jedoch schwer krank.

Um der grausamen Realität zu entfliehen, flüchtet Ofelia sich in den umgebenden Wald. Dort trifft sie einen mysteriösen und scheinbar uralten Faun, der ihr eröffnet, dass sie die lang verschwundene Prinzessin eines unterirdischen Königreiches ist. Um ihren rechtmäßigen Platz wieder einzunehmen, muss Ofelia drei Prüfungen bestehen, die eng mit der Geschichte des Waldes verbunden sind. Bald muss sie feststellen, dass der Wald noch viel mehr Grausamkeiten verbirgt als das Morden ihres Stiefvaters.

Ich muss gestehen, dass ich immer schon ein großer Fan von Cornelia Funkes Erzählkünsten war. Deshalb musste ich auch nicht lange überlegen, als ich das Buch in der Buchhandlung gesehen habe. Die Handlung ist sozusagen eine Verschriftlichung des 2006 erschienen Films „Pans Labyrinth“ von Guillermo del Toro. Ich hatte den Film vorher noch nicht gesehen und konnte deshalb sehr „unvoreingenommen“ an die Handlung herangehen.

Das Buch ist wirklich ein Meisterwerk. Es hat einen so unglaublich schönen Schreibstil und so wundervolle Charaktere, dass man sich gar nicht daran sattlesen kann. Die gesamte Handlung fühlt sich an wie ein Märchen, was auf eine unnachahmliche Weise mit der Handlung, die ihren Fokus auf das Geschehen im zweiten Weltkrieg setzt, verwoben ist. Es werden zunächst viele scheinbar unzusammenhängende Mythen des Waldes erzählt, die sich dann zum Schluss zusammenfügen. Jeder einzelne hat seine Wichtigkeit und seine Aufgabe.

Durch einen sehr erzählerischen und malerischen Schreibstil wird das ganze noch unterstützt. Man fühlt sich die ganze Zeit so, als wisse man ein wenig mehr über ihre Aufgabe als die handelnden Personen, aber gleichzeitig fühlt man mit ihnen und bangt um ihr Wohlergehen. Die Stimmung ist düster und mysteriös und zugleich zauberhaft.

Die Charaktereigenschaften der Personen sind außerdem ganz klar hervorgearbeitet und man kann genau erkennen, was sie zu ihren Taten getrieben hat. Sie wirken nicht einschichtig, sondern durch die wechselnde Perspektive sehr „menschlich“, mit ihren eigenen Zielen und Interessen.

Vielleicht merkt man schon, dass es mir sehr schwer fällt, die Magie dieses Buches in Worte zu fassen. Man muss es einfach selber gelesen haben, um es wirklich verstehen zu können. Mir hat das Buch auf jeden Fall Lust auf den Film gemacht und nachdem ich diesen jetzt gesehen habe, muss ich sagen, dass Cornelia Funke Guillermo del Toros Erzählstil wirklich perfekt eingefangen hat. Um es in einem Wort zu sagen: Meisterwerk.

Imke Wellesen, 18 Jahre

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