Das Lied von Eis und Feuer (Band 1&2)

von George R.R. Martin
aus dem Amerikanischen von Jörn Ingwersen
Blanvalet
Hardcover
ab 16 Jahren
16,00 Euro

„Game of Thrones“ als Buchreihe

Die Reihe „Das Lied von Eis und Feuer“ ist wahrscheinlich besser gekannt unter dem Namen „Game of Thrones“. So heißt die Fernsehserie, die es zu den Büchern gibt. Bisher in Deutschland erschienen sind 10 Bücher. Dabei entsprechen jeweils zwei Bücher einem Buch in der originalen Fassung. Deswegen werde ich immer zwei Bücher zusammen rezensieren. Zu aller erst jedoch möchte ich euch einen Überblick über die Welt geben, in der sich die Geschichte abspielt.

Die Welt, die George R. R. Martin geschaffen hat:

Es handelt sich hierbei um die zwei Kontinente Westeros und Essos. Die sieben Königslande liegen in Westeros, während die freien Städte auf dem Kontinent Essos angesiedelt sind. Und es gibt den Norden. Ein großes, größtenteils unbesiedeltes Gebiet, in dem Eis und Schnee herrschen. Die wenigen Menschen, die dort leben, sind die Wildlinge. Doch Geschichten besagen, dass noch viel Schlimmeres hinter der Mauer lauert, was selbst die Wildlinge fürchten. Die Mauer ist eine Begrenzung aus Eis und Stein, die von den Brüdern der Nachtwache besetzt wird. Schon seit vielen Jahren halten sie die Mauer in Stand und schützen das Reich vor Eindringlingen. Doch die Könige sind immer nachlässiger geworden und die Nachtwache besteht aus nicht mehr so vielen Männern wie früher. Ob diese Vernachlässigung sich rächen wird, wenn das, was hinter der Mauer liegt, angreift?

Auch der derzeitige König Robert Baratheon sieht nur sich und seinen eisernen Thron. Diesen hat er sich zusammen mit seinem besten Freund Eddard Stark in einem großen Kampf gegen die Tagaryen erobert, indem er den derzeitigen König Aerys Tagaryen entthronte und dessen Sohn und Erben in der Schlacht umbrachte. Damit endete die lange Dynastie der Tagaryens. Allerdings gibt es jenseits der Meerenge noch ein Geschwisterpaar. Daenerys und ihr Bruder Viserys kämpfen darum, den Thron wieder zurückzuerobern. Doch es gibt noch viel mehr Parteien, die auf den eisernen Thron scharf sind. Am Hofe werden deswegen immer wieder neue Intrigen gesponnen, Lügen erzählt und neue Verbindungen zwischen den Häusern eingegangen, damit man möglichst viele Verbündete hat.

Es gibt viele verschiedene Häuser in Westeros. Haus Baratheon und Haus Lennister sind zwei mächtige Häuser, denn König Robert ist mit Cersei Lennister verheiratet. Im Norden ist das mächtigste Haus, das der Starks. Denn die Starks sind die Lords von Winterfell und viele Häuser aus dem Norden haben ihnen die Treue geschworen. Im Laufe der Geschichte wird es sehr wichtig, wer auf wessen Seite steht, denn es wird zu der einen oder anderen Auseinandersetzung kommen.

Coverfoto Das Lied von Eis und Feuer
Copyright: Randomhouse

Band 1-Die Herren von Winterfell
Erscheinungsdatum der Erstausgabe: 01.10.1997
Aktuelle Ausgabe: 14.12.2010
Seitenzahl: 573 Seiten
ISBN:978-3-442-26774-3

„Wir sollten umkehren“, drängte Gared als es im Wald um sie zu dunkeln begann. “Die Wildlinge sind tot.“–„Machen dir die Toten Angst?“, fragte Ser Weymar Rois mit nur dem Anflug eines Lächelns.

Gared ließ sich darauf nicht ein. Er war ein alter Mann über 50, und junge Lords hatte er schon so manchen kommen und gehen sehen. „Tot ist tot“, sagte er. „Die Toten sind nicht unsere Sache.“

Die Geschichte aus Band 1: 

Im Norden ist das Haus Stark ansässig. Die Familie Stark lebt in der Burg Winterfell. Eddard Stark ist derzeitig Lord von Winterfell und hat mit seiner Frau Catelyn fünf Kinder. Robb, Sansa, Arya, Bran und Rickon. Derzeitiger König der sieben Königslande ist Robert Barahteon.

Dessen Berater ist kürzlich gestorben und nun braucht der König eine neue Rechte Hand, die ihn in Regierungsangelegenheiten unterstützt. Er fragt seinen alten Freund Eddard und der kann diese Ehre natürlich nicht ablehnen. Zusammen mit seinen beiden Töchtern verlässt er den Norden und gibt das Land in die Obhut seiner Frau und seines ältesten Sohnes, Robb.

Doch am Hofe des Königs Baratheon werden nur Intrigen gesponnen und Lügen erzählt. Niemanden ist zu trauen und trotzdem versucht Eddard herauszufinden, was seinem Vorgänger und alten Freund zugestoßen ist, denn dessen Ehefrau glaubt nicht an einen natürlichen Tod und fürchtet sich vor den Lennistern, dem Haus der Königin. Allerdings hat das Reich noch weitaus größere Probleme. Schließlich leben jenseits von Westeros noch zwei Erben der Tagaryens, die ihren Anspruch geltend machen könnten. Der Lord von Winterfell steckt nun mitten drin in den Intrigen um den eisernen Thron, während der Rest seiner Familie mit ihren eigenen Problemen zu kämpfen hat.

Eddard hat nämlich noch einen unehelichen Sohn, den Bastard Jon Schnee. Dieser geht aus Mangel an Perspektiven zur Nachtwache, der schwarzen Bruderschaft. An der Mauer ist es kalt, denn aus dem wilden Norden dringt die Kälte ins Land. Derzeit ist noch Sommer in den sieben Königslanden und viele glauben an einen Sommer, der ewig währt.  Aber in diesen wilden Zeiten gibt es auch andere, die fürchten, dass der Sommer nicht mehr lange anhalten wird und „Der Winter naht.“

Coverfoto Das Lied von Eis und Feuer
Copyright: Randomhouse

Band 2: Das Erbe von Winterfell
Erscheinungsdatum der Erstausgabe: 01.10.1997
Aktuelle Ausgabe:  14.03.2011
Seitenzahl: 542 Seiten
ISBN: 978-3-442-26781-1

Die Geschichte aus Band 2:

Die Geschichte geht nahtlos dort weiter, wo der erste Band aufgehört hat. Ist ja auch kein Wunder, immerhin sind Band 1 und 2 in der Originalfassung nur ein Teil. Deshalb möchte ich euch hier auch gar nicht viel verraten. Nur so viel: Der zweite Band ist noch spannender und hält einige kleine Schlachten für uns bereit. Die Charaktere entwickeln sich weiter. Der eine fällt mit seinen Entscheidungen auf die Nase und der andere kommt ganz groß raus. Nun ja in der Geschichte kann man sich nie sicher sein. Da war man grade etwas beruhigt und dann kommt der Autor mit dem nächsten Hammer. Auf jeden Fall gehen die Geschichten der Figuren aus dem ersten Band weiter und bekommen teilweise eine dramatische Wende.

Meine Meinung:

Diese Fantasy-Reihe gehört wohl ganz klar in die Abteilung der Klassiker. Gleich neben Herr der Ringe, Eragon und Co. Sie ist ein Muss für jeden Fantasy-Liebhaber. Viele von euch werden die Serie kennen. Der erste und zweite Band der Reihe entsprechen der ersten Staffel von „Game of Thrones“. Und man muss die Serie wirklich loben! Sie hat sich sehr getreu nach dem Buch gerichtet. Wer jetzt denkt: „Dann kenne ich ja schon alles, weil ich die erste Staffel gesehen habe“, hat falsch gedacht!

„Das Lied von Eis und Feuer“ ist ein ganz großes Leseerlebnis. Der Schreibstil des Autors ist wirklich einmalig. Er ist geradezu detailverliebt, hat aber gleichzeitig einen sehr trockenen und dadurch amüsanten Schreibstil. Er schildert vieles bis ins kleinste Detail, bleibt dabei aber stets sachlich und driftet nicht ab. Dadurch erlangen Geschehnisse, die normalerweise mit viel Tamtam erzählt werden, eine gewisse Endgültigkeit. Ebenso werden einfache Feststellungen, die ohne viel Witz vorgebracht werden, trotzdem lustig, weil man es so nicht erwartet hätte. Es ist schwierig zu beschreiben, weil der Schreibstil wirklich so einzigartig ist. Also am besten einfach selber lesen! Man braucht auf jeden Fall keine Angst zu haben, dass sich die Geschichte in die Länge zieht. Trotz der vielen Details und der insgesamt über 1000 Seiten lesen sich die beiden Bücher sehr flüssig und erst kurze Zeit nachdem man angefangen hat, ist man auch schon fertig.

Auch die Charaktere schließt man schnell ins Herz. Allerdings darf man damit nicht zu voreilig sein. Zum einen weiß man selbst nie, wem man jetzt trauen kann und zum anderen stirbt leider der ein oder andere Charakter, grade nachdem man angefangen hat, ihn zu mögen. Zumindest war das bei mir so. Naja, „Game of Thrones“ hat nicht um sonst den Ruf, dass die Figuren sterben wie die Fliegen. Aber erstens ist das in den ersten zwei Bänden noch nicht ganz so schlimm und zweitens passt es irgendwie zum Schreibstil des Autors. Er geht so nüchtern an das Ganze heran, dass man denkt, der Tod der Figuren bedeute ihm nichts. Dadurch wird die Geschichte natürlich auch nicht sonderlich emotional und sentimental. Es ist zwar ungewohnt, aber auch eine willkommene Abwechslung.

Einfach mal was ganz anderes! Also wer sich bis jetzt noch nicht an „Das Lied von Eis und Feuer“ ran gewagt hat, dem sage ich: Ran an die dicken Schinken und viel Spaß beim Lesen!

Carolin Wallraven, 18 Jahre  

 

 

 


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