Die Laternenträger

Coverfoto Die Laternenträger
Copyright: Verlag Freies Geistesleben

von Rosemary Sutcliff
aus dem Englischen von Astrid von dem Borne
gebunden, 310 Seiten
Verlag Freies Geistesleben, 2020
ab 13 Jahren
ISBN: 978-3-7725-1412-8
33,00 Euro

Als Roms Truppen sich aus Britannien zurückziehen, ist der Junge Aquila innerlich zerrissen. Eigentlich müsste er seiner Truppe die Treue halten und seine Heimat mit den letzten Schiffen Roms verlassen. Aber kann er Britannien einfach so hinter sich lassen? Britannien, das kurz davor steht von den Sachsen überrannt zu werden. Seine Familie, sein Zuhause. In der Dämmerung beschließt er, nicht mitzukommen. Er versteckt sich in der Festung von Rutupiae und zündet ein letztes Mal das Leuchtfeuer, bevor er sich zurück auf den Weg zum Hof seines Vaters macht.

Doch dort erwartet ihn großes Unheil. Der Hof wird von Sachsen gestürmt, sein Vater getötet, seine Schwester verschleppt und er zurückgelassen, damit die Wölfe ihn holen. Aber es kommt anders. Er fällt in die Hände einer anderen Bande, die ihn als Sklaven mit nach Ullasfjord nehmen.

In den Jahren der Gefangenschaft kennt er nur zwei Gedanken: Flucht und Rache für seinen Vater und seine Schwester. Als ihm endlich die Flucht gelingt, hat das Schicksaal jedoch andere Pläne mit ihm. Es führt ihn zu Ambrosius, dem König Britanniens. Er schließt sich ihm an, um gemeinsam das Land zu vereinen und die Sachsen zu vertreiben. Doch hat Britannien überhaupt eine Chance gegen diesen übermächtigen Gegner oder wird es genauso wie die Truppen in Rom fallen? Und wird Aquila jemals wieder etwas wie Glück empfinden können, nachdem ihm die Sachsen damals alles nahmen, was ihm lieb und teuer war? Eine spannende Reise beginnt und bis zum Ende ist unklar, wohin sie führen wird.

Die Geschichte von Aquila ist wirklich wahnsinnig spannend geschrieben. Es ist schon unvorstellbar, was er alles durchmachen musste. Erst muss er mit ansehen, wie sein Vater getötet wird, dann wie sie seine Schwester verschleppen. Die Zeit als Sklave auf Jütland ist auch nicht grade einfach. Ich meine, er muss für das Volk arbeiten, was ihm quasi alles aus seinem alten Leben genommen hat.

Mir hat an dieser Geschichte jedoch besonders gefallen, dass obwohl all diese schlimmen Sachen passieren, Aquila immer einen Ausweg findet. Er gibt nicht einfach auf und fügt sich seinem Schicksaal, sondern plant seine Flucht, schließt sich neuen Truppen an, findet einen Weg weiterzumachen. Außerdem passiert es ziemlich oft, dass er einen Plan hat und dann alles ganz anders kommt. Aber auch davon lässt er sich nicht unterkriegen, sondern findet einen Weg sich anzupassen.

Das ist, finde ich persönlich, eine wirklich wichtige Botschaft, da es im Leben ja doch eher selten so kommt, wie man ursprünglich geplant hat. Etwas schade fand ich nur, dass es manchmal ziemlich große Zeitsprünge gab. Als Aquila sich Ambrosius anschließt zum Beispiel, erlebt man nicht die Zeit mit, in der er sich an das Leben in den Bergen und an seine neuen Truppen gewöhnt, sondern auf einmal sind einige Monate vergangen und er hat sich gut eingelebt. Ich persönlich hätte die Zeit dazwischen sehr spannend gefunden, aber dann wäre das Buch vermutlich viel zu lang geworden. Trotz allem fand ich die Geschichte sehr spannend und wollte das Buch stellenweise gar nicht mehr aus der Hand legen.

 

Sky Opiolka, 19 Jahre

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