Die unzertrennlichen 7

Coverfoto Die unzertrennlichen 7
Copyright: Hanser

von Natalie Lloyd
Hanser, 2020
gebunden, 268 Seiten
ab 12 Jahren
ISBN 978-3-446-26617-9
15,00 Euro

Der Junge schob seine Hand in die seiner großen Schwester. Jetzt brachten sich auch die restlichen Geschwister in Position und verschränkten ihre schmutzverkrusteten Finger miteinander, bis sie eine feste Einheit bildeten, ein Bollwerk namens Familie, das durch nichts zu durchbrechen war. „Bereit?“

 

Verrückte Familien gibt es ja unzählige in Kinder-und Jugendbüchern. Aber so eine Familie wie die Problemskis, die muss man wirklich lange suchen. Die Eltern sind auf Forschungsreisen unterwegs und so müssen die 7 Kinder selbst schauen wie sie klarkommen. Das ist nicht so ganz einfach, denn alle 7 sind sehr verschieden.

Mona ist wunderschön, aber verschlagen und böse. Dufte drückt seine Stimmungen und Gefühle am liebsten durch schwer wiegende Pupse aus. 365 unterschiedliche hat er auf Lager und nicht alle sind leicht zu ertragen. Micky ist der Klügste und nachdenklichste in der Familie, Dora hat noch nicht herausgefunden, was sie besonders gut kann, Frekki denkt, sie ist ein Fuchs und spricht gern in Rätseln und Reimen. Sal hat einen grünen Daumen, er züchtet verzauberte Schlingpflanzen, die nicht nur Menschen wuchernd umschlingen, sondern auch dichte undurchdringliche  Nebelwände entstehen lassen, und Sonni ist der Sonnenschein der Familie, aber auch der ausgleichende Pol unter den Geschwistern. 

Als eines Tages das alte Dschungelhaus der Familie mit einem lauten Krawumms in die Luft fliegt,(warum, bleibt ein Geheimnis) müssen die Kinder sich etwas überlegen. Sie erinnern sich an das alte Haus ihres toten Großvaters, das Haus Nr.7 am Stadtrand von Bad Trostlos, und beschließen dort ihre Zelte aufzuschlagen. Das passt aber den Nachbarn gar nicht, allen voran der bösen Desdemona O`Pinion, die selbst Pläne mit dem alten Gemäuer hat, da sie dort einen versteckten Schatz vermutet.

Die Geschwister sollen nun in 3 Wochen beweisen, dass sie die rechtmäßigen Erben von Haus Nr. 7 sind. Doch dazu müssen sie  ihre Eltern aufspüren, die sich irgendwo auf der Welt herumtreiben.

Während Sonni alle Hebel dazu in Bewegung setzt, versuchen die anderen Kinder, sich mit den Nachbarn anzufreunden. Dabei entdecken sie so manche Ungereimtheiten und Geheimnisse des alten Hauses, aber auch ihrer Nachbarn…

Diese Geschichte haut einen um. Zum einen durch die verwegenen und verrückten Ideen, mit der die Autorin Natalie Lloyd die Handlung immer weiter treibt, zum andern durch die fantasievollen, frechen, witzigen und überraschenden Wendungen, die man nie vorhersehen kann.

Die Charaktere der Kinder sind so vielfältig und unterschiedlich, dass man nur staunen kann, aber durch die gute Beschreibung kann man sich alle 7 gut vorstellen und bildlich vor sich sehen. Und man merkt in jeder Zeile, dass Zusammenhalt und Liebe für Kinder unabdingbar sind. (Auch wenn sie nicht von den Eltern, sondern “ nur“ von den Geschwistern kommt.)

Manchmal wurde mir die Geschichte fast ein bisschen zu bizarr und turbulent, manchmal auch zu bedrückend und böse, aber das ist natürlich auch Geschmackssache.

Diese Geschichte bietet alles: Sie ist voller Liebe und Hass, voller Witz und Ironie, voller Lebensfreude und großer Traurigkeit, kurzum: sie spiegelt, was das Leben zu bieten hat.

Und das ist so bunt und schräg, dass es eine Freude ist, daran teilzuhaben. Bis zum Schluss, der mir nicht wirklich gefallen hat, da er zu plötzlich kommt und zu viele Dinge offen und unverständlich lässt. Aber vielleicht gibt es ja einen Folgeband?

 

Monika H.

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