Eine wie Alaska

Coverfoto Eine wie Alaska
Copyright: dtv

von John Green,
dtv  Reihe Hanser, 21. Auflage 2016
Taschenbuch, 304 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-42362-4039
9,95 Euro

 

„Von der Zukunft zu träumen ist auch eine Art Nostalgie. (…) Dein ganzes Leben steckst du in diesem Labyrinth fest, und denkst daran, wie du ihm eines Tages entfliehst, und wie geil dann alles wird, und die Vorstellung von dieser Zukunft hält dich am laufen, aber am Ende tust du es nie. Du hast die Zukunft einfach nur benutzt, um aus der Gegenwart zu fliehen.“

Davor. Der 16-jährige Miles Halter ist ein Außenseiter in seiner Schule, sein Leben ist langweilig, also liest er stattdessen Biographien von berühmten Personen mit einem interessanten Leben. Er ist von „letzten Worten“ fasziniert und die eines Schriftstellers inspirieren ihn schließlich, nach dem „großen Vielleicht“ zu suchen. Deshalb wechselt er auf das Internat Culver Creek,  wo er sich er sich schnell mit seinem Zimmernachbarn Chip, der von allen „der Colonel“ genannt, anfreundet. Durch ihn lernt Miles Alaska Young kennen. Sie  ist selbstbewusst, ein bisschen verrückt und ihre Handlungen sind oft unvorhersehbar. Kurz gesagt: Alaska ist das komplette Gegenteil vom ruhigen Miles und dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – verliebt sich Miles auf den ersten Blick in sie. Während Miles nach seinem „großen Vielleicht“ sucht, beschäftigt Alaska sich mit ihrem „Labyrinth“.

Der letzte Satz des Generals Simón Bolívar: „Wie komme ich bloß aus diesem Labyrinth heraus?“ beschäftigt Alaska intensiv und sie überlegt, was dieses Labyrinth darstellen soll. Miles ist gleichermaßen fasziniert und überfordert von Alaska und ihrer teils launischen Art.

Danach. Nichts wird je wieder sein wie früher.

Alles in allem geht es in diesem Buch um Freundschaft, Liebe, Erwachsenwerden und auch Verlust. Die Charaktere und die gesamte Handlung sind so realistisch dargestellt, dass man von der Geschichte in einen besonderen Bann gezogen wird und man zeitweilig das Gefühl hat, selbst Schüler im Internat zu sein. Man fühlt mit den Charakteren mit und beginnt sie mit all ihren Macken zu mögen.

Wir erfahren die Handlung aus Miles Sicht, und das Buch ist in die Teile „Davor“ und „Danach“ eingeteilt. Wovor und wonach erfährt man selbstverständlich erst im Laufe des Buches und das erhält natürlich auch die Spannung aufrecht, aber man weiß natürlich schon, dass es eine Wendung geben wird. Das Buch regt auch zum Nachdenken an: Was ist das „große Vielleicht“? Was ist das Labyrinth?

Dieses Buch ist eins meiner absoluten Lieblingsbücher, weil es spannend und tiefgründig zugleich ist. Die Geschichte ist witzig und intelligent, in einem jugendlichen Sprachstil geschrieben und manche philosophischen Aspekte fließen ganz natürlich in die Geschichte mit ein. Insgesamt eine wunderschöne, glaubwürdige Geschichte mit Tiefgang, die ich definitiv nur empfehlen kann!

Das Buch war zweifach für den Deutschen Jugendliteraturpreis nominiert.

Annika Schmidt, 16 Jahre

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