Feder und Klinge

Coverfoto Feder und Klinge
Copyright: ueberreuter

von Rebecca Andel
Ueberreuter, 2018
gebunden, 412 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN:978-3-7641-7084-4
17,95 Euro

Ariane wird seit ihrer frühsten Kindheit von einer schwarz vermummten Gestalt verfolgt, die nur sie zu sehen scheint und die regelrechte Panikattacken in ihr auslöst. Ihre Eltern halten sie für verrückt und haben sie sogar mal in eine Anstalt geschickt. Ihr aktueller Psychologe empfiehlt ihr ein Buch zu schreiben, um ihre Gefühle besser verarbeiten zu können, was sie auch tatsächlich tut. Eines Tages steht dann jedoch plötzlich ein junger Mann vor ihr, der erschreckende Ähnlichkeit mit Raban, dem Hauptcharakter ihres Romans hat. Es stellt sich heraus, dass es sich tatsächlich um Raban handelt. Die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen und Ariane scheint die einzige zu sein, die die Welt retten kann, denn die Handlung ihres Romans hat sich verselbstständigt und stellt eine Zukunft dar, in der der grausame Dr. Mobius kurz davor steht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Kann Ariane den Verlauf der Handlung noch zum Guten wenden? Kann sie zusammen mit Raban die Zukunft retten?

Ariane hat es in ihrem Leben nicht leicht. Ihre Eltern halten sie für verrückt und für eine Versagerin. Ihre Verzweiflung und Ausweglosigkeit spiegelt sich auch in ihrem Roman wieder, in dem Kinder mit besonderen Fähigkeiten in einer Anstalt gefangen und ausgebeutet werden. Als Raban plötzlich wie aus dem Nichts vor ihr steht, hält sie sein Auftauchen zunächst für einen schlechten Scherz, doch als sie anfängt zu glauben, dass er es wirklich ist, plagen sie die Schuldgefühle. Sie als Autorin ist schuld am Schicksal ihrer Charaktere. All das Leid, das Raban ertragen musste, ist ihr Werk. Und auch Raban ist sich darüber im Klaren. Doch Raban hat durch seine Fähigkeit unbewusst zur Situation, unter der Ariane leidet, beigetragen. Irgendwie scheinen ihre Schicksaale miteinander verbunden und es ist wahnsinnig spannend zu beobachten, wie sie einander vergeben und näher kommen.

Ariane ist von der Tatsache, dass sie als Einzige in der Lage ist die Welt zu retten, völlig überfordert, doch Raban hilft ihr dabei, an sich selbst zu glauben und einen Plan zu entwickeln. Es ist teilweise wirklich kompliziert zu verstehen, wie die Realität und der Roman zusammenhängen. Vor allem aufgrund einiger Zeitsprünge und Zeitreisen wird die Handlung an manchen Stellen wirklich schwer verständlich und man fragt sich, ob man irgendwo einen Logikfehler eingebaut hat. Mir persönlich hat aber gerade dies besonders gut gefallen, da man einen schönen Wechsel zwischen leichten Liebesszenen und Szenen, bei denen man sich wirklich konzentrieren muss, hat. Dadurch ist das Buch ein wenig anspruchsvoll und immer super spannend, weil man unbedingt wissen will, wie Ariane und Raban die Handlung des Romans gerade biegen und ob es ihnen überhaupt gelingen wird. Ich persönlich hätte das Buch am liebsten gar nicht vor der letzten Seite aus der Hand gelegt, da mich die unterschiedlichen Handlungsstränge so sehr in ihren Bann gezogen haben.

Ann Kathrin Opiolka, 16 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

Wünschst du dir noch immer, deine Fantasie wäre echt? Wirklich, Ariane? Du bist ein erwachsener Mensch, Schätzchen, sagte die Stimme höhnisch.‘

Ariane ist schon seit dem Kindesalter in therapeutischer Behandlung. Ihre „Episoden“ haben sie schon immer in Schwierigkeiten gebracht, bis es schließlich dazu kam, dass sie in eine Klinik eingewiesen wurde. Das Schreiben ist für Ariane eine große Zuflucht.

Ihr Therapeut sieht in Ariane Großes und findet, dass sie durch ihr Manuskript die Geschehnisse besser verkraftet.

Raban weiß nicht, wo er ist und was er hier macht. Er kennt nicht mal seinen eigenen Namen. Hier nennt man ihn auch „Nummer 023“.

Plötzlich geschieht das Unmögliche und es scheint, als würde all das Schreckliche aus Arianes Manuskripts nun ein Teil der Realität werden.

„Dann stehen sich Raban und Ariane eines Tages plötzlich gegenüber. (…) und Rabans und Arianes Welten sind untrennbar miteinander verwoben.‘

Meine Meinung: 

Ich weiß nicht recht, wie ich nun zu diesem Buch stehe. Sagen wir, es hat es mir nicht leicht gemacht.

Das Cover ist passend zum Buch und spiegelt vor allem Raban, einen der Protagonisten, super wieder. Ich persönlich hätte aber noch eine Menge an anderen Ideen, welche ich mir auch gut vorstellen könnte, da ich doch schon sehr auf das Cover eines Buches achte.

Die Handlung ist besonders, sowas habe ich bisher nicht gelesen. Vor allem die Abschnitte mit Dr. Jelinek haben mich besonders gepackt! Schade, dass am Ende nur noch so wenig von ihm kam… 😕 Ich mag auch die Idee mit den verschieden Welten, doch ungefähr in der Mitte der Geschichte waren mir diese zu zusammengewürfelt. Man konnte einfach nicht mehr gut durchblicken und brauchte dementsprechend sehr lange, bis man das Buch durchgelesen hat.

Ich denke nicht, dass es an der Handlung liegt, sondern eher an der Schreibweise der Autorin. Da das Buch in drei einzelne Manuskripte aufgeteilt ist, kann ich gut sagen, dass mir der erste Abschnitt am besten gefallen hat. Es ist, als hätte die Autorin bei den beiden weiteren die Konzentration oder sogar die Lust verloren, da auch die Charaktere einfach nicht mehr so packend waren.

Etwas komisch fand ich, dass die Autorin am Ende auch keine Danksagung verfasst hat, diese findet man zwar auch nicht in jedem Buch, doch hier sollte es meinem Empfinden nach sein. Ich hätte es interessant gefunden zu wissen, wie die Autorin auf eine solche Handlung gekommen ist und was sie gefühlt hat.. Wisst ihr was ich meine? So etwas finde ich  meistens besonders interessant.

Dennoch kann ich mir gut vorstellen, künftig noch ein Buch der Autorin zu lesen, das mehr auf die Psychologie gesetzt ist, da ich, wie schon erwähnt, die Abschnitte mit Dr. Jelinek sehr schön und lehrreich fand.

Insgesamt ein Buch, das ich an Leute empfehlen kann, die sich mit einer Geschichte nicht so schnell geschlagen geben wollen.

Bengisu Bor, 13 Jahre.

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