Magnus Chase – Das Schwert des Sommers

Copyright:Carlsen

Von Rick Riordan
Aus dem Amerikanischen von Gabriele Haefs
Carlsen, 2016
Hardcover, 560 Seiten
ab 12 Jahren
ISBN 978-3-551-55668-4
19,99 Euro

 „Ich bin wirklich gestorben. Hundert Prozent. Gedärm durchbohrt, lebenswichtige Organe verbrannt, Kopf aus über dreizehn Metern in gefrorenen Fluss geknallt, jeder Knochen im Leib gebrochen, Lunge gefüllt mit Eiswasser. Der medizinische Fachausdruck dafür ist tot. Wahnsinn, Magnus, was war das für ein Gefühl? Es tat weh. Und zwar sehr. Danke der Nachfrage.“

Als ich das Buch zum ersten Mal in die Hände nahm, wurde ich buchstäblich erschlagen von den immerhin 560 Seiten, die das Buch hat. Magnus Chase – das Schwert des Sommers ist der Auftakt zu einer Trilogie von Rick Riordan, in dem es diesmal um die nordische Mythologie geht. Magnus lebt seit dem mysteriösen Tod seiner Mutter vor zwei Jahren auf den Straßen von Boston und kämpft dort um sein Überleben, nur mit der Hilfe seiner Freunde Hearth und Blitz. An seinem sechzehnten Geburtstag wird ihm von seinem Onkel offenbart, dass er der Sohn eines nordischen Gottes ist.

„Bei meinem Leben, Magnus, ich schwöre, dein Vater ist ein nordischer Gott. Und jetzt beeil dich. Wir haben zwanzig Minuten Parkzeit.“

Er ist der einzige, der das seit 1000 Jahren verschollene Schwert des Sommers wiederfinden kann. Doch auch andere Monster aus der nordischen Welt sind hinter diesem Schwert her. So kommt es schließlich dazu, dass Magnus im Kampf gegen den Giganten Surt stirbt. Er erwacht in Walhalla, dem Jenseits für die Einherjer, das sind die Krieger Odins. Zusammen mit seinen Freunden, der Walküre Sam, Hearth, Blitz und seinen neuen Kameraden aus Walhalla macht er sich auf die Suche, das Schwert des Sommers zu finden und den Weltuntergang, Ragnarök, zu verhindern.

Zuvor muss ich vielleicht sagen, dass Das Schwert des Sommers nicht mein erstes Buch von Rick Riordan war. Leser der Percy Jackson und Helden des Olymp – Serie werden wahrscheinlich viele schöne Anspielungen auffallen, wie zum Beispiel das Auftauchen von Annabeth. Aber auch Leser, die die Serien nicht kennen, werden an diesem Buch ihren Spaß haben.

Mir persönlich hat der Schreibstil von Rick Riordan mal wieder sehr gut gefallen. Besonders Magnus Sarkasmus macht die Geschichte einfach viel interessanter und authentischer, sodass es wirklich wirkt, als ob sie von einem 16 Jährigen erzählt wäre. Auch wie Rick Riordan es immer schafft, die altertümlichen Figuren der Götter witzreich mit der modernen Welt zu verbinden – einfach fantastisch! Die Personen sind sehr vielschichtig, realitätsnah  und man konnte ihre Gefühle sehr gut nachvollziehen. Besonders gut gefallen hat mir zum Beispiel Hearthstone mit seiner Zeichensprache.

Das Cover fand ich, wie bei anderen Rick Riordan Büchern auch, sehr überzeugend und passend gestaltet. Das amerikanische Cover hat mir zwar etwas besser gefallen, vor allem von den Farben, aber das deutsche ist auch sehr gut geworden. Der Titel ist zwar nichts Besonderes, aber passend zur Geschichte. Hier also auch keine Probleme.

Insgesamt hat mir das Buch sehr, sehr gut gefallen und es ist auf jeden Fall ein MUSS, vor allem für jeden Rick Riordan-Fan. Es ist aber auch sehr gut für jeden geeignet, der auf humorvolle und actionreiche Erzählungen steht. Ich freu mich auf Teil 2!

Imke Wellesen, 16 Jahre

Und hier kommt noch eine zweite Meinung zu diesem Buch:

Der Tag an dem seine Mutter starb, war der Tag an dem Magnus Chase alles verlor. Sie flehte ihn an wegzulaufen und genau das tat er auch. Seit dem lebt Magnus auf der Straße. Ohne Familie, ohne Dach über dem Kopf und ohne Verbindung zu seinem alten Leben. Für sämtliche Bekannte und Freunde gilt er seit zwei Jahren als verschollen. Bis plötzlich seine Cousine Annabeth mit ihrem Vater auftaucht und anfängt, die Straßen Bostons nach ihm abzusuchen. Als wäre das nicht genug Stress, erwischt sein Onkel Randolph ihn beim Einbruch in sein Haus, obwohl er doch eigentlich mit Annabeth und deren Vater die Stadt absuchen sollte. Doch anstatt Magnus anzuschreien oder ihm Vorwürfe zu machen, redet Randolph bloß wirres Zeug über Nordische Götter, Riesen und ein Schwert, welches angeblich nur von Magnus selbst gefunden werden kann.

Am liebsten würde Magnus all das als Geschwätz abtun und in sein Leben auf der Straße zurückkehren, doch ehe er sich versieht, kämpft er auf einer Brücke mit einem Feuerriesen um eben jenes Schwert, stirbt und landet in Walhalla. Ja, auch für Magnus geht das alles ein bisschen zu schnell, aber ihm bleibt kaum Zeit, sich an sein neues Leben als Einherje zu gewöhnen. Denn der Fenriswolf soll befreit werden und den Weltuntergang einleiten. Nur Magnus kann das Schwert des Sommers einsetzen um die Welt zu retten. Dies ist sein Erbe, seine Bestimmung. Eine Bestimmung, die er nicht versteht und der er sich nicht gewachsen fühlt. Aber zum Glück hat er tatkräftige Unterstützung: Ein Albe, ein Zwerg und eine Walküre stehen ihm zur Seite und gemeinsam machen sie sich mehr oder weniger freiwillig daran, das Ende der Welt aufzuhalten.

Als alter Percy Jackson Fan hat mir dieses Buch natürlich viel Freude bereitet. Das Wiedersehen mit Annabeth und die Anspielungen auf Camp Halfblood, geben einem gleich das Gefühl nach Hause zu kommen. Auch der Witz und Humor ist mal wieder auf den Punkt und teilweise konnte ich mich echt nicht mehr einkriegen vor Lachen. Aber auch wenn man noch nichts von Rick Riordan gelesen hat, kann ich das Buch nur empfehlen. Die Geschichte ist wahnsinnig spannend geschrieben und man fiebert richtig mit bei der Rettung der Welt.

Am besten hat mir persönlich gefallen, wie viele unterschiedliche und interessante Charaktere in diesem Buch zu finden sind. Magnus selber hat natürlich mit dem Tod seiner Mutter einiges hinter sich und sein neues Leben als Einherje macht es ihm auch nicht grade leicht. Dann ist da noch Sam, die bei ihren strengen muslimischen Großeltern wohnt und in ihrer Freizeit als Walküre im Auftrag von Odin handelt. Außerdem ist sie eine Tochter des Loki, was ihr einen ziemlich interessanten inneren Konflikt verleiht. Sie möchte Teil dieser Welt voller Götter und Magie sein, aber sie möchte auf keinen Fall werden wie ihr hinterhältiger Vater.

Dann sind da noch Hearth, der Albe, der die Runenmagie sprechen lässt und  Blitzen, der Zwerg mit einem untypischen Fabel für Mode. Gemeinsam sind sie eine wirklich bunt zusammengewürfelte Truppe, in der jeder durch einzigartige Fähigkeiten eine wichtige Rolle einnimmt. Neben dieser fantastischen Charaktervielfalt hat mir außerdem sehr gut gefallen, dass die Geschichte genau wie Percy Jackson einen sehr spielerischen Zugang zur Mythologie liefert und so vielleicht in dem einen oder anderen Leser Interesse an den alten Geschichten weckt. Dabei muss außerdem gelobt werden, dass vor allem Loki um einiges realistischer dargestellt wurde als zum Beispiel in den Marvel Filmen, was mir persönlich sehr gut gefallen hat.

Ann-Kathrin Opiolka, 20 Jahre

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