Vor uns das Meer

Coverfoto Vor uns das Meer
Copyright: Hanser

von  Alan Gratz
Hanser, 2020
gebunden, 304 Seiten
ab 14 Jahren
ISBN: 978-3-446-26613-1
17,00 Euro

 

Mahmoud verlässt wegen des Bürgerkrieges zusammen mit seiner Familie seine Heimatstadt Aleppo, um den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa zu wagen. Sie hoffen auf eine bessere Zukunft in Deutschland.

Dabei ist sein Schicksal eng mit dem zwei weiterer Flüchtlingskinder verbunden. Isabel versucht 1994 aus dem kommunistischen Kuba nach Amerika zu fliehen, da ihr Vater von der Regierung verfolgt wird. Der elfjährige Josef versuchte bereits 1939 mit seiner Familie Zuflucht in Kuba zu finden, da er als Jude von den Nazis aus Deutschland vertrieben wurde.

„Vor uns das Meer“ ist vor allem eine sehr bewegende Geschichte. Die Geschichten von Mahmoud, Josef und Isabel werden so realistisch und unverblümt wie möglich erzählt. Man fiebert mit ihnen mit, empört sich mit ihnen über die Ungerechtigkeiten, die ihnen widerfahren und teilt ihre Hoffnungslosigkeit, wenn sie wieder abgewiesen werden. Trotz seiner zum großen Teil sehr negativen Stimmung, schafft es das Buch, dabei eine positive Message zu transportieren. Man lernt die Warmherzigkeit der Menschen, die den Flüchtlingen helfen, wirklich zu schätzen und sieht, dass es trotz aller Rückschläge auch Hoffnung gibt.

Vor allem durch die sehr realitätsnahe Erzählung wird man direkt mit den Schicksalen der Flüchtlinge konfrontiert (Alan Gratz geht auch in seinem Nachwort nochmal auf mögliche Vorbilder für seine Geschichte ein). Das finde ich wirklich sehr gut. Es hat mir mehr Verständnis für ihre Lage gegeben, wo man sonst im Fernsehen ja immer nur mit den schrecklichen Bildern der Ertrinkenden im Mittelmeer konfrontiert wird.

Man sollte den Leuten, die Flüchtlinge nicht in Europa aufnehmen wollen, dieses Buch mal in die Hand geben vielleicht würden sie ihre Meinung dann ändern.

Imke Wellesen, 19 Jahre

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