Pusteblumentage

Coverfoto Pusteblumentage
Copyright: dtv

von Rebecca Westcott
aus dem Englischen
von Barbara Lehnerer
dtv, 2017
gebunden, 208 Seiten
ab 11 Jahren
ISBN 978-3-423-76165-9
13,95 Euro

„Könnte man tatsächlich vor Peinlichkeit sterben, dann wäre ich jetzt TOT. Eigentlich sollte es ein Gesetz geben, worin festgelegt ist, dass Mütter… sich nicht in jede klitzekleine Kleinigkeit einmischen. Jeden Tag schaffen es Leute, groß zu werden, ohne dass ihre Mütter ihnen mit Rat und Tat zur Seite stehen. Fast hätte ich es ja auch geschafft.“

Liv hat es nicht leicht:  Sie hat einen Bruder mit Asperger Syndrom, der in seiner ganz eigenen Welt mit ganz besonderen Regeln lebt. Sie hat einen Vater, der mit seinem Fotostudio verheiratet ist und eine Mutter, die sich ständig um sie sorgt und „lächerliche“ Verbote aufstellt. Liv´s Leben ist zeitweise ganz schön anstrengend, besonders als sich auch noch ihr Mitschüler Ben (vielleicht? ein kleines bisschen?) für sie interessiert. Deshalb bemerkt sie zuerst gar nicht, dass ihre Mutter sich ziemlich verändert.

Auf einmal ist sie ganz wild darauf, mit Liv den ersten BH zu kaufen, obwohl das, körperlich betrachtet, wirklich absolut unnötig ist. Dann soll Liv unbedingt kochen lernen, obwohl ihre Mutter da wirklich kein Vorbild ist. Und sie bekommt einen persönlichen Schminkkurs geschenkt, obwohl ihre Mutter ihr eigentlich verbietet, sich zu „anzumalen“, bevor sie 16 ist. Als Liv sich dann tatsächlich auch noch Ohrlöcher stechen lassen darf, weiß sie, dass etwas ganz und gar nicht stimmt in ihrer Familie.

Nachdem sie zufällig ein heimliches Gespräch ihrer Eltern belauscht hat, ist sie sich sicher. Ihre Eltern wollen sich trennen! Aber es ist viel viel schlimmer und mit dieser Situation muss Liv erst einmal lernen, umzugehen…

Gut, dass ihre Mutter ihr eines Tages ihre Tagebücher schenkt, aus der Zeit, als sie selbst so alt wie Liv war….

Dieses Buch ist wie eine große Tüte mit ganz viel LEBEN drin. Man begleitet Liv und ihre Familie durch den turbulenten Alltag und das liest sich so locker und flüssig, dass man glaubt selbst dabei zu sein. Liv wächst einem sofort ans Herz, sie ist das Mädchen von nebenan, das man sich immer zur Freundin gewünscht hat. Deshalb ist man ganz nah bei ihr, wenn sie lacht und sich aufregt, wenn sie wütet und weint, verzweifelt und mutlos ist und dann doch wieder aufsteht und kämpft…. Ein ganz bewegendes, wunderbares Buch, das sehr nachdenklich macht und nicht nur Töchtern, sondern auch Müttern gut gefallen könnte.

Monika H.


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